AIDAsol Großbritannien und Norwegen
Hamburg - Newcastle - Invergordon - Shetland Inseln - Bergen - Eidfjord - Kristiansand - Hamburg
Endlich haben wir unsere erste Kreuzfahrt als Familie unternommen, wir haben lange gewartet, fast zu lange, denn die Urlaubsform ist perfekt für Paare, Freunde und auch Familien mit Kindern jeden Alters geeignet! Unsere Kinder sind sechs und sieben Jahre alt und, ich darf ein wenig spoilern, freuen sich schon jetzt auf die nächste Reise.
Starten wir aber mit der Kreuzfahrt generell. Für uns stand das Reiseziel, also Großbritannien und Norwegen, im Vordergrund, denn wir wollten beides gerne mal per Schiff sehen, aber eben nicht exklusiv – die Kombination war daher für uns perfekt. Die Reise war keine Familienreise und AIDAsol ist im Vergleich zu den Neubauten auch kein deklariertes Familienschiff, was aber überhaupt nicht stört.
AIDAsol
Die Reise begann in Hamburg in Altona, was natürlich super ist, da man einen tollen Blick auf die Stadt hat. Unsere Außenkabine erfüllte vollständig ihren Zweck, einzige Überraschung war, dass ausschließlich Personen ab 12 Jahren auf dem Pullman Bett schlafen dürfen, daher hatte mein Mann seinen eigenen kleinen Bereich bezogen. Das Fenster wird durch das Pullman Bett zu ¾ bedeckt, Tageslicht kommt definitiv herein, aber sich entspannt an das Fenster setzen war nicht möglich – für uns aber völlig ok, da wir uns nicht wirklich lange in der Kabine aufgehalten haben.
AIDAsol wurde 2011 von Bettina getauft und ist wirklich ein ganz tolles Schiff, das Interieur ist modern, das Theatrium in der Mitte des Schiffes begeistert mich immer wieder und auch die Kunstgalerie hat es mir angetan. Das Sonnendeck ist einladend, bietet kleine Pools für eine Abkühlung und für Sport-Fans gibt es am Heck einen Sportplatz auf dem wahlweise Basket- oder Fußball gespielt werden kann.
Wir haben fast alle Restaurants ausprobiert, da es im Buffetrestaurant „Bella Donna“ italienische Küche gibt, gehörte dieses zu den Favoriten der Kinder. Ich selber fand das inkludierte Buffetrestaurant East (asiatische) am besten, hier gibt es auch die Sushi Bar (aufpreispflichtig), welche wir ebenfalls in Anspruch genommen haben und begeistert von den Kreationen waren. Die Burger Bar war immer hochfrequentiert und auch dort schmeckten die Burger super, gleiches gilt für das Brauhaus – einfach die besten Knödel und Schnitzel! Diese beiden Restaurants sind teilweise inklusive, denn man zahlt lediglich die Getränke separat, wer sich jedoch für ein Getränkepaket oder All-Inklusive entschieden hat, erhält diese natürlich entsprechend kostenfrei.
Die Shows waren am Abend abwechslungsreich und unterhaltsam, es gab zahlreiche Vorträge zur Destination, eine sehr gut moderierte Kapitänsfragestunde, so dass man auch bei nicht ganz beständigem Wetter immer etwas erleben konnte.
Die Kinderbetreuung haben wir nicht in Anspruch genommen, es gibt jedoch einen liebevoll gestalteten Bereich mit Bastelraum, einem Aktivitätsbereich mit Bällebad und auch einen Außenbereich, sowie ein kleines Theater. Das Programm wurde zu Beginn vorgestellt und erfreute sich bei anderen Kindern hoher Beliebtheit, wobei generell durch die Ferien nicht viele Kinder an Bord waren. Jeden Abend gab es eine Kinderdisco in der Anytime Bar und einmal sogar eine Silent Disco für Familien – die war natürlich der Hit!
Für mich persönlich waren der SPA- und Sportbereich wichtig und ich habe an einigen Kursen teilgenommen, mir eine Massage gegönnt und auch mal eine kleine Auszeit genossen. Der SPA-Bereich ist für Kinder nicht zugänglich, einzige Ausnahme ist der Familientag. Genutzt wurde er dennoch nicht von vielen Kindern, aber unsere fanden den großen Whirlpool und auch einige Saunen richtig spannend; hier hätte ich mir weitere Nutzungsmöglichkeiten gewünscht. Übrigens kann man auch eine Stunde für 5 Euro jederzeit buchen und muss keinen Tagespass erstehen.
Reiseverlauf: Großbritannien
Die Reise führte zunächst nach Newcastle upon Tyne. Da Großbritannien nicht mehr in der EU ist, wird hier eine Kontrolle des Reisepasses vorgenommen. Das geht super schnell und problemlos und danach geht es los an Land. Der Hafen liegt ca. 10 km außerhalb von Newcastle und wir haben uns in dem Fall für einen Ausflug auf eigene Faust entschieden. Zu Fuß ging es ca. 15 Minuten zur Metro Station „Percy Main“ (Tagesticket Zone A, B, C für 6 Pfund pro Erw.) und dann sind wir direkt ins Zentrum von Newcastle gefahren. Die Schlossanlagen standen bei uns auf dem Programm, sowie ein Bummel über den Markt direkt an der Tyne. Die Millennium Bridge haben wir ebenfalls bestaunt und sind dann nach dem Mittag mit der Metro nach North Shields gefahren. Der Ort wird auch von AIDA als Ausflug angeboten und war wirklich urig, aber auch touristisch – da wir ja Touristen sind, stört mich das eher weniger. Wir hatten wirklich sehr gutes Wetter und sind an der Steilküste entlang zum Strand gewandert, haben uns erfrischt und sind am späteren Nachmittag zurück zum Schiff gefahren. Der erste Stopp machte auch gleich Lust auf mehr und die Vorfreude steigt für den nächsten Hafen Invergordon.
Der Ort Invergordon ist klein übersichtlich und kann gerne besucht werden, ist aber kein „Muss“. Die meisten Gäste haben sich für Ausflüge entschieden, entweder nach Inverness, Loch Ness oder zu den Schlössern in der Gegend. Wir haben ebenfalls einen Ausflug über die Reederei gebucht, da die Kinder Nessie sehen wollten. Während des Ausflugs gab es einen kurzen Stopp in Inverness, jedoch war das Besucherzentrum um Urquhart Castle das eigentliche Ziel und natürlich Nessie, letztere haben wir leider nicht gesehen, aber die Ruinen waren beeindruckend. Beim nächsten Mal würde ich mich lieber für eine Bootsfahrt zum Loch Ness entscheiden, aber wir waren auch so sehr zufrieden. Unser Guide sprach ganz wundervolles Englisch, aber nicht alle Gäste waren sich dessen bewusst, dass auch Ausflüge über die Reederei keinen deutschsprachigen Guide garantieren.
Der dritte Anlaufpunkt in Großbritannien stellten die Shetland-Inseln dar! Außer Shetland-Ponys konnte ich bis dato nichts weiter mit den schottischen Inseln in Verbindung bringen – jetzt aber! Der Hafen Lerwick ist ein Tenderhafen, also auch ein kleines Abenteuer, und wirklich traumhaft schön! Es lohnt sich durch den Ort zu schlendern, eine Kaffee zu trinken und die Geschäfte zu besuchen. Wir haben über die App Komoot eine Wanderung herausgesucht, sind dabei komplett durch den Ort spaziert, durch die nahegelegene Natur – die unglaublich grün ist, entlang der schroffen Küste und wieder zurück zum Schiff. Es war der beste Tag und Landgang unserer Reise, obwohl wir auch knapp 30.000 Schritte am Ende auf der Uhr hatten, konnten wir durch die Natur und die Ruhe richtig entspannen.
Weitere Ausflüge führten auch zu Seehunden und den Papageien-Vögeln, welche wirklich auch sehr interessant im Nachgang klangen.
Reiseverlauf: Norwegen
Mit ein bisschen Seegang setzen wir nach Norwegen über! Entgegen aller Behauptungen und Vorhersagen, war Bergen eines der sonnigsten Ziele und wir wissen, dass wir sehr viel Glück hatten! Bergen baut sich ganz idyllisch auf den Bergen und Hügeln auf und die Einfahrt ist geradezu ein Muss! AIDAsol liegt fußläufig zum Zentrum und wir hatten auch Gesellschaft durch weitere Schiffe, weshalb sich nach dem Frühstück allerhand Gäste auf den Weg in die Stadt machten. Nach den ersten hundert Metern verteilt es sich aber gut. Die Touristeninformation war einer unserer ersten Anlaufpunkte, dabei ging es schon an den bunten Häusern vorbei, durch die Markthallen mit allerlei Meerestieren und köstlichen süßen Leckereien. Wer mit der Floyenbahn auf den Berg möchte, dem rate ich gerne die Tickets in der Touristeninformation zu erstehen, denn dann nimmt man die Fastlane bei der Bahn (Preise sind identisch). In knapp 6 Minuten erreicht man Gipfel des Floyen und genießt ein herrliches Panorama, natürlich auch auf die AIDAsol. Diverse Wanderwege zu kleinen Seen durch Wälder und zu Spielplätzen laden zum Verweilen ein, es lohnt sich in jedem Fall ca. zwei Stunden einzuplanen und selbst dann hat man noch lange nicht alles entdeckt. Wir sind den Berg zu Fuß heruntergewandert, was definitiv machbar ist, ein kleiner Abschnitt kann sogar per Tunnelrutsche zurückgelegt werden! Auf dem Rückweg zum Schiff wurden noch Souvenirs erstanden und das historische Viertel Bryggen erkundet – ein wirklich toller Tag und eine absolut sehenswerte Stadt.
Die Überfahrt nach Eidfjord ist wunderschön, zumindest kann ich das von dem Teil versprechen, den ich bei Tageslicht gesehen habe. Die Küste ist zerklüftet, steile Abhänge, Wasserfälle, genau wie man sich einen Fjord in Norwegen vorstellt – da bleiben keine Wünsche offen. Eidfjord als Ort war sehr übersichtlich, viele Gäste sind mit Speedbooten zu Wasserfällen gefahren, das war mit den Kindern aufgrund des Alters jedoch in unserem Fall nicht möglich, weshalb wir uns für eine Wanderung entschieden haben, alternativ gibt es auch einen kleinen Bummelzug. Unsere Wanderung führte uns in die grünen Wälder, zeigte Steinformationen, Pferde und kleine Wasserfälle, sowie riesige Seen, die für Fotoshootings herhalten mussten. Am Ende kommt man etwas höher gelegen wieder an die Küste und wird mit einem sensationellen Ausblick auf den Fjord belohnt.
Das verhältnismäßig gute Wetter verlässt uns und der Regen erhält Einzug – ausgerechnet an der Norwegischen Riviera, in Kristiansand, aber man kann eben nicht alles haben. Begleitet von ordentlichen Windstärken manövriert uns unser Kapitän in den Hafen. Wir geben nochmal alles an Bord, essen unsere Teller leer und am späten Nachmittag zeigt es seine Wirkung und der blaue Himmel erscheint. Für einen Bummel durch das Zentrum reicht es und wir staunen über die schönen kleinen Geschäfte, die zwar mittlerweile alle geschlossen sind, aber Window-Shopping hat ja auch seine Vorteile. Der Hafen ist wunderschön und die kleine Festung sowie den Sporthafen erkunden wir ebenfalls.
Mit einem letzten Seetag, spannenden Vorträgen, dem beliebten Film der Reise und einer letzten Kunstauktion, sowie Köstlichkeiten in den Restaurants endet die Reise an unserem Ausgangspunkt in Hamburg. Wir blicken auf eine wirklich abwechslungsreiche Traumreise zurück und wissen ganz genau, wie anfangs erwähnt, dass es nicht bei der einen Kreuzfahrt als Familie bleiben wird.
Falls Sie Fragen haben, sind wir, die gesamte Crew vom Passage-Kontor, gerne jederzeit für Sie da und beraten Sie zu dieser und allen weiteren Kreuzfahrten rund um die Welt.
Ihre Lydia Brachmann















