Die neue Art des Reisens

Bettina und Lena sind für Sie an Bord der Fridtjof-Nansen und stellen das neue Hygienekonzept vor!

Was für ein Gefühl: Nach rund 120 Tagen, an denen die Kreuzfahrt-Welt stillgestanden hat, verlassen wir mit dem Hybridschiff  Fridtjof-Nansen von Hurtigruten bei Sonnenschein und imposanten Wolkenspiel am Himmel den Hamburger Hafen Richtung Norwegen – ich habe Gänsehaut!  Nicht, weil ich glaube, dass mit dem Restart der Hochseeschiffe „alles wieder gut und normal" wird – nein, das wird es nicht – aber es gibt Hoffnung und Vertrauen in die Zukunft. Ich bin selbst so viele Jahre zur See gefahren, als das es hier nur um Buchungszahlen gehen würde. Nein, hier stehen Leidenschaft, Begeisterung und Emotionen im Vordergrund. Für tausende Menschen ist Kreuzfahrt DIE Urlaubsform der vergangenen Jahre gewesen, aber für all diejenigen, die sich ganz bewusst für eine Arbeit an Bord entschieden haben, geht es um viel mehr. Diese „großen oder kleinen Pötte" sind ein Zuhause, Kollegen eine Familie und Freunde, Begegnungen und Erlebnisse, Lachen und Tränen sind Erinnerungen fürs Leben, die einen geprägt haben. Und so nähren die wieder fahrenden Schiffe auch die Hoffnung, dass dieses Leben nicht ausschließlich der Vergangenheit angehört.

Und so kommt das „Willkommen an Bord“ – wenn man alle Hürden der Formalitäten übersprungen hat – wirklich von Herzen.
Gut, ein 5-seitiges Gesundheitsformular muss vorab ausgefüllt werden und selbst, wenn man dies im Vorfeld erledigt hat, kommt ein weiteres Blatt für alle Gäste vor der Sicherheitskontrolle hinzu. Etwas mehr Geduld und Zeit muss auch mitgebracht werden: die Fridtjof-Nansen kann bis zu 526 Gäste mitnehmen, wir sind auf dieser Fahrt nur rund 170 Passagiere an Bord und doch dauert der Check-In relativ lange. Aber es sind überall helfende Hände, die erklären, auf Abstand achten und eben auch die Hygieneanforderungen einhalten. Check-In-Pulte werden nach jedem Kontakt gereinigt, genauso wie Koffergriffe und die grauen Kisten der Sicherheitskontrolle. Gut, da stehen plötzlich doch drei Gäste in freudiger Erwartung ihrer Gürtel, Taschen, Jacken und Handys, anstatt der erlaubten zwei – aber bis dahin haben wir uns auch schon mehrmals die Hände desinfiziert, tragen immer noch unsere Masken und werden sanft aber bestimmt voneinander getrennt. Der Check In für die Kabinen findet direkt auf dem Deck statt, wo man seine Kabine hat, also gibt es keine Wartezeiten oder Gedränge an der Rezeption - wir waren nach 2 Minuten auf unserer Kabine.

Zugegeben, an Bord der Fridtjof Nansen ist Abstand halten mit nur 170 Gästen von Haus aus kein Problem und – das hat mich am meisten verwundert – müssen verpflichtender Mundschutz und 1,50 m Abstand per Gesetz nur in deutschen Gewässern eingehalten werden, für norwegische Gewässer gilt dann nur 1 Meter Abstand und das Tragen des Mundschutzes ist freiwillig.
Trotzdem wird an Bord explizit immer wieder auf Abstand, „Nies-und-Hust-Etikette" und Händewaschen hingewiesen und auch die Tische in allen Restaurants zu jeder Mahlzeit vom immer lächelnden Personal zugewiesen. Dass es vor jedem Restaurant, an der Rezeption, im Shop, schlicht an allen Stellen, wo sich Menschen treffen, Hygienespender zum Händedesinfizieren gibt, sollte eigentlich schon für jeden Kreuzfahrer seit Jahren eine Selbstverständlichkeit sein. Und auch die perfekt zum Schiffsdesign integrierten Waschbecken vor den Restaurants machen deutlich, dass diese schon immer im Hygienekonzept des Schiffes vorgesehen waren...sinnvoll, dass sie nun auch genutzt werden. Hinzugekommen ist jetzt der „Fiebercheck", der vor Betreten des Schiffes und an jedem Restauranteingang automatisch vorgenommen wird. Kurzer Blick in die Wärmekamera und das war es dann auch schon.

Über das Restaurantkonzept werden wir später noch berichten, erwähnenswert ist aber unbedingt, dass man sich im Fredheim zusätzlich sein Essen bestellen kann, zur gewünschten Uhrzeit dann abholen und sich auf seinem Balkon oder seiner Kabine schmecken lassen kann. Und selbstverständlich wird auch jede Veranstaltung – vom Captains-Welcome bis hin zum geologischen Norwegenvortrag – im Bordfernsehen übertragen. Die Vortragsräume sind großzügig bestuhlt oder man weicht gleich in die weitläufige Lounge aus.

Selbst der Fitnessbereich und die Sauna sind jetzt in norwegischen Gewässern geöffnet, allerdings mit einer Beschränkung der Besucher – dies wird auch überprüft.

Bei nur 170 Gästen ist natürlich auch das Crew-Gäste-Verhältnis ein Traum. Bedingt durch die besondere Routenführung dieser Reise mit viel Zeit an Bord, wurde auch das Expeditionsteam an Bord zahlenmäßig aufgestockt, wodurch man wirklich auch für alle interessierten Fragen und individuelle Gespräche viel Zeit und Raum hat. Durch die Abfahrt in Hamburg sind auch verhältnismäßig viele deutsche Gäste an Bord, internationale Reisende außerhalb Europas fallen ja gänzlich weg, so dass diese Expeditionsreise mit der Fridtjof Nansen wirklich ein außergewöhnliches und fast familiäres Erlebnis darstellt.

Unser erstes Fazit: Wir fühlen uns sicher und gut aufgehoben, wenig in unserem Handeln eingeschränkt, im Gegenteil, in Bezug auf die Wünsche eines Expeditionsreisenden gab es bislang sicher wenige bis keine Reisen, die so viel Komfort für deutschsprachige Gäste bieten konnten. Zugegeben, dies liegt auch an der sehr übersichtlichen Zahl der Mitreisenden, aber vielleicht ist das ja genau der richtige Zeitraum, sich den Traum einer Expeditionsreise zu erfüllen. Die kommenden Abreisen von Hurtigruten ab Hamburg werden sogar ohne Einzelkabinenzuschlag angeboten.

Die Seereise ab/bis Hamburg bietet die klassischen Höhepunkte wie die Umrundung des Nordkaps, Einfahrten in den Geiranger- und den Trollfjord, ebenso wie zur Inselgruppe der Lofoten. Neu hinzu kommen spektakuläre Fjorde und Inseln abseits der ursprünglichen Hurtigruten-Route.


Lena und ich werden weiter berichten über die Fridtjof Nansen, die Landgänge und Ausflüge und sagen für heute
AHOI und Leinen los für Zuversicht!
Ihre und Eure

Bettina Zwickler


Zurück