Unter diesem Motto nahmen wir vom 18. November bis zum 03. Dezember 2024 an einer ganz besonderen Gruppenreise, organisiert und begleitet von Bettina Zwickler, durch den Westen Kubas teil! Berichterstattungen im Vorwege über Stromausfälle und eine schlechte Versorgungslage vor Ort sorgten uns ein bisschen, aber uns wurde seitens des Reiseveranstalters stets garantiert, dass unsere Reise sicher und planmäßig durchgeführt werden kann.
Und was hätten wir verpasst, Kuba, eine Karibikinsel mit einer vielfältigen Kultur und bewegter Geschichte, atemraubenden Landschaften, karibischen Stränden und Menschen, die trotz vielen Einschränkungen, mit Musik und Freude durchs Leben gehen und sich an den kleinen Dingen, oft mit ganz viel Kreativität, erfreuen können!
Unsere fröhliche Reisegruppe von 20 Teilnehmern machte sich mit der Deutschen Bahn am Vorabend auf den Weg nach Frankfurt und lernte sich bei dem ersten Abendessen bereits kennen. Wir hatten uns für einen Premium Economy Flug bei Condor entschieden, so dass wir deutlich mehr Beinfreiheit, Essen und Getränke inklusive hatten sowie mehr Hand- und Reisegepäck mitnehmen durften. So erreichten wir nach einem entspannten Nonstop-Flug am nächsten Abend Havanna.
Dort wurden wir herzlich von unserem örtlichen Reiseleiter Kay, von Cuba Buddys, in Empfang genommen. Sein Begrüßungssatz: „Lasst Kuba auf Euch wirken, urteilt nicht direkt, sondern lasst in Deutschland nochmal alles Revue passieren“, begleitet mich oft heute noch. Vieles dieser Reise wirkt noch nach und mein Blick auf die Dinge und unsere vermeintlichen Probleme hierzulande hat sich sehr geändert. Dankbarkeit und Demut für unser privilegiertes Leben sind mein ganz persönliches und wertvollstes Reisesouvenir!
Am nächsten Morgen startet unser Tag direkt mit einem ersten Highlight. Ein absolutes Muss in Havanna, eine Stadtrundfahrt mit einem Oldtimer Cabriolet. Was für ein wunderbares Erlebnis: Fahrtwind um die Nase, kubanische Klänge aus dem Radio und ein Blick auf diese wunderschöne, sehenswerte und geschichtsträchtige Stadt Havanna! Mein absoluter Gänsehautmoment!
Am Nachmittag erkunden wir die Altstadt Havannas mit unserem Reiseleiter nochmal zu Fuß. Havanna bietet viele historische Plätze und lebhafte Gassen. Die einzigartige Mischung aus Verfall und Schönheit verleiht Havanna seinen besonderen Charme.
Bereits am nächsten Tag heißt es: „Spüre die Energie der Musik, lerne die sinnlichen Bewegungen und erlebe das Feuer Kubas in jedem Schritt. Werde Teil der Salsa-Legende in Havanna!“ Wir erhielten unseren ganz privaten Salsa Tanzkurs. Manchen fielen die Bewegungen und der Rhythmus sehr leicht, ein paar Teilnehmer haben wir dann aber doch über die Zeit verloren, aber Hauptsache, es hat Spaß gebracht und wir konnten von nun an die große Leidenschaft des Salsa Tanzes mit den Kubanern teilen!
Für den Abend stand ein einzigartiges kubanisches Kocherlebnis bei Adi, Deysi und Lorena auf dem Programm. Unter ihrer fachkundigen Anleitung durften wir das kubanische Hauptgericht Ropa Vieja („alte Kleider“) zubereiten und im Anschluss natürlich auch verzehren. Ein kurzweiliger, informativer, genussvoller und lustiger Abend auf einer traumhaften Dachtrasse über den Dächern Havannas, einer echten Oase!
Am nächsten Morgen verlassen wir Havanna und machen uns auf den Weg in das verträumte und wunderschöne Vinales Tal im Westen der Insel. Bei einer kleinen Wanderung durch die einzigartige Natur kehren wir bei José, einem ökologischen Farmer für Kaffeeanbau, ein. Anschaulich erklärt er uns die verschiedenen Schritte vom Anbau bis zur Verarbeitung und natürlich bekommen wir auch eine Tasse frisch gebrühten Kaffee serviert!
Weiter führt uns der Weg zu einer traditionellen Tabakfarm. Wir erfahren alles über den Tabakanbau und dürfen live erleben, wie Zigarren aufwendig aus Tabakblättern gerollt werden. Auf Wunsch gab es auch hier eine Kostprobe!
Der nächste Tag wird sportlich, denn heute werden wir die Höhlen „Cuevas de Santo Tomas“ erkunden. Laut Reiseleiter ein Spaziergang, „nur“ der Aufstieg sei etwas anstrengend... Nachdem wir die doch etwas steile Naturtreppe erklommen hatten, durften wir, ausgestattet mit Helm, Stirnlampe und Taschenlampe eine unvergessliche Höhlentour erleben. Anders als in Deutschland gab es keine Absperrungen oder selten Geländer, so dass sich dieser Ausflug zu einem echten Team-Event entwickelte. Wir stützen uns gegenseitig, reichten eine helfende Hand oder leuchteten den Weg. Das hat uns als Gruppe sehr zusammengeschweißt!
Erschöpft, aber glücklich, ging es nach der Höhlentour für einige von uns direkt zum nächsten Abenteuer. Eine Zipline-Tour über den Gipfeln Kubas. Für mich war es die erste „Flugerfahrung“. Ein Gefühl von Glück und Abenteuerlust! Und auch wenn ich einen deutlich erhöhten Puls hatte, so war es doch ein sehr beeindruckendes und unvergessliches Erlebnis, was ich irgendwann sicher wiederholen werde.
Und weiter ging unsere Rundreise nach Playa Giron, in die historisch berühmte Schweinebucht. Bei einer Wanderung auf dem Wildpfad Enigma de las Rocas lernen wir die einheimische Tier- und Pflanzenwelt kennen und einige nutzen die Chance, sich in einem kleinen Bergsee abzukühlen.
Nach zwei Übernachtungen in Playa Giron führte uns unser Weg in die charmante Küstenstadt Cienfuegos, die auch die „Perle des Südens“ genannt wird. Bei einer Stadtführung durch die historische Altstadt sahen wir wunderschönen Gebäude aus der Kolonialzeit. Mein persönliches Highlight war die Besichtigung des Tomas Terry Theaters von 1889 mit der noch originalen Holzbestuhlung.
Unser nächster Tagesausflug führt zu dem Naturschutzgebiet Parque El Nicho, eine Mischung aus Dschungel, Wasserfällen und grandiosen Aussichten. Wir wanderten mit unserem Reiseleiter durch wunderschöne Landschaften und lernten Interessantes über die Flora und Fauna. Ein Highlight war der spektakuläre Wasserfall El Nicho.Dieser hat natürliche Pools, die zum Schwimmen einladen. Leider hatten wir einen verregneten Tag erwischt, so dass dieses Angebot nur von ein paar Hartgesottenen in Anspruch genommen wurde.
Nach zwei Nächten in Cienfuegos geht es weiter in das Valle de los Ingenios, dem Tal der Zuckermühlen. Wir erfuhren viel über den Anbau von Zuckerrohr, die Zuckergewinnung und Verarbeitung und durften selber eine alte Zuckermühle ausprobieren, um den süßen Saft zu gewinnen. Eine Kostprobe gab es auch, je nach Wunsch mit oder ohne Rum…
In Trinidad, ein weiteres UNESCO-Weltkulturerbe, erwarten uns Kopfsteinpflasterstraßen und bunte Häuser. Das charmante Trinidad empfängt uns mit vielen Kunstgalerien, Museen und lokalen Restaurants mit Straßenmusikern. Untergebracht sind wir in dem wunderschönen 5-Sterne Iberostar Grand Hotel, fußläufig zur Innenstadt.
Den nächsten Tag verbrachten wir auf See. Wir genossen einen Katamaran-Ausflug nach Cayo Blanco, einer kleinen Insel mit paradiesischen Stränden und kristallklarem Wasser südlich von Trinidad. Bei einem Zwischenstopp hatten wir die Möglichkeit zu schnorcheln und wurden mit einer wunderschönen Unterwasserwelt belohnt. Unbemerkt hatte ein Mitarbeiter des Katamarans das Boot verlassen. Umso größer war die Überraschung, als wir ihn auf freier See wieder einsammelten und er drei frisch gefangene Langusten mit an Bord bracht. Angekommen auf der Insel wurde für uns ein Buffet aufgebaut und wir konnten die frischen gegrillten Langusten verzehren! Was für ein Genuss! Danach entspannten wir am Strand mit einem Coco Loco und beobachten die einheimische Tierwelt. Auf der Insel leben sehr zutrauliche Leguane und auch eine sehr putzige Baumratte. Das war ein sehr erfüllter und wunderschönen Tag!
Nach so vielen Eindrücken freuten wir uns nun auf drei erholsame Tage auf der Insel Cayo Santa Maria in dem All-Inclusive-Resort Royalton. Wir nutzen die Tage für entspannte Stunden am traumhafte Karibikstrand, am Pool oder für eine Massage. Der perfekte Ort, um all die bisherigen Erlebnisse und Eindrücke zu verarbeiten!
Gut erholt ging es nun noch einmal für eine Nacht zurück nach Havanna. Nach dem Einchecken im Hotel starteten wir zu Fuß zu einer spannenden Rooftoptour. Unser Reiseleiter führte uns zu vier beindruckenden Dachterrassen, jede mit einem atemraubenden Ausblick auf Havanna. So genossen wir den letzten Sonnenuntergang auf Kuba bei hervorragenden Cocktails. Gekrönt wurde das ganze noch mit einer nächtlichen Oldtimer Fahrt entlang des Malacón. Unser Oldtimer war ein sehr gut erhaltene Chevy aus dem Jahre 1949!
Unser Abschlussessen fand in dem legendären Restaurant „La Guardia“ statt. Das Restaurant ist bei den Kubanern und Fans bekannt aus dem sehr beliebten Kinofilm „Erdbeer und Schokolade“.
Der nächste und leider schon der letzte Tag stand zur freien Verfügung. Da wir erst am Abend flogen und bis 17:00 Uhr noch in unseren Hotelzimmern bleiben konnten, nutzen wir den Tag zum Entspannen und besuchten nochmal die Altstadt, um einige Souvenirs zu kaufen und den letzten Mojito zu genießen.
Fazit: Es war eine sehr bemerkenswerte Reise. Als Tourist in einer Reisegruppe wird man perfekt betreut und reist sehr privilegiert durch das Land. Wir wurden kulinarisch gut versorgt, unser Bus konnte immer problemlos tanken und unsere Unterkünfte waren in der Regel sehr komfortabel.
Aber auch wir erlebten Einschränkungen (z. B. Stromausfälle, wir waren stets mit einer Taschenlampe und Powerbank ausgestattet) und sahen auch das Elend vieler Kubaner, denen es oft am Nötigsten fehlt. Die Versorgungslage ist schlecht, es reicht kaum für alle. Das Grundeinkommen ist niedrig, die Inflation hoch und der Schwarzmarkt blüht. Viele Gebäude, besonders in Havanna, sind inzwischen sehr sanierungsbedürftig und marode. Viele Ersatzteile oder Produkte können aufgrund des US-Embargos nicht in das Land geliefert werden. Den Kubanern fehlt es an Alltagsdingen, oft wurden wir auf der Straße nach Seife oder Kopfschmerztabletten gefragt. Da uns diese Situation im Vorwege bekannt war, hatte unsere Reisegruppe Hygieneartikel, Medikamente, Spielzeug oder Kleidung als Spende mitgebracht. Bettina sammelte alles ein und packte entsprechende Tüten, die im Laufe unserer Rundreise gezielt an Bedürftige verteilt wurden. Vieles ging auch an unseren entzückenden Busfahrer Yuni und unseren sympathischen Reiseleiter Kay, die gut vernetzt sind und unsere Spenden sinnvoll weiter verteilen werden!
Kuba hinterlässt unvergessliche Eindrücke, die Reise war ein einzigartiges Erlebnis, das mir noch lange in Erinnerung bleiben wird!
Ihre und Eure, Britta Ram















