Südafrika mit Kindern

Erstellt von Lydia Brachmann || Reisebericht Afrika 

Ein Reisetraum ist wahr geworden (10/2025)

Die Reise nach Südafrika war die erste mit unseren Kindern nach Afrika, ein bisschen Sorge war ganz sicher dabei – wird alles klappen, hält der gebuchte Mietwagen und sehen wir Tiere auf den Safaris und von meiner Seite her bitte keine Spinnen ;-) 
Vielleicht schon das Fazit vorweg: Die Reise hat alle Erwartungen weit übertroffen und wir kommen wieder – ganz sicher.

Anreise & Kapstadt
Nun aber zum Anfang… per Flug ging es nach Kapstadt, wo auch gleich der Mietwagen entgegengenommen wurde, und schon sausten wir in Richtung Stadtzentrum, denn unsere Unterkunft war nur wenige Fahr- oder Gehminuten von der Waterfront entfernt. Linksverkehr war erstmal nicht das Problem, aber in hektischen Situationen war der Scheibenwischer in Aktion… Wir haben uns zunächst gegen das Auspacken entschieden und sind losgezogen in Richtung Waterfront – die Sonne schien und es bot sich eine hervorragende Sicht auf den Tafelberg. Zusätzlich wurden landestypische Tänze aufgeführt, wir sind also schnell angekommen und wurden gleich in den Bann des Landes gezogen. Das Riesenrad durfte bei uns nicht fehlen, eine fantastische Aussicht und Burger & Pommes am Abend machten den Anreisetag perfekt. Auch die ersten Geschäfte im Shopping Center V & A Waterfront wurden bestaunt und die Markethall. Übrigens sind die Parkgebühren sehr günstig, wir haben umgerechnet 1,50 € für 3-4 Stunden im Parkhaus gezahlt. Allgemein gibt es in der Stadt und auch später im Reiseverlauf Parkzonen, die eigentlich kostenfrei sind, aber meist jemand auf das Auto „achtet“. Für einen kleinen Geldbetrag erhält man eine große Dankbarkeit und wir hatten immer ein gutes Gefühl – haben aber auch keine Wertgegenstände im Wagen zurückgelassen.

Kapstadt - Kaphalbinsel
Der zweite Tag wurde ein wenig durcheinandergebracht, denn durch starken Wind konnten wir nicht auf den Tafelberg, also führte uns der Tag auf die Kaphalbinsel. Der erste Stopp war Haut Bay, eine weite Bucht und mit hübschem Zentrum – auch ein idealer Ort mit Unterkünften. Der lokale Markt ist klein und übersichtlich, aber die ersten Souvenirs wurden erstanden. Entlang des Chapman’s Peak Drive (Mautstrecke) ging es an Felsen vorbei bis Noordhoek. „The Foodbarn“ ist meine Empfehlung für ein zweites köstliches Frühstück, es ist alles sehr touristisch, aber auch hinreisend. Eine Pferderanch gibt es ebenfalls im Ort, die würde ich beim nächsten Mal in Betracht ziehen. Boulders Beach war der nächste Stopp und über den Willis Walk (600 m) gelangt man zum Visitor Center mit zwei Stegen. Die Pinguine sind unwahrscheinlich putzig! Sie surfen, genießen einen Sonnenbad und stolzieren umher. Wer einen Badestopp einlegen möchte, geht vom Parkplatz nach rechts, dort gibt bei den Felsen gute Möglichkeiten und hier und da verstecken sich Pinguine!
Die Südspitze „Cape of Good Hope“ sollte den nächsten langen Stopp markieren. Im Nationalpark zahlt man Eintritt, in unserem Fall knapp 70 €. Aber welch tolle Landschaft hat sich hier geboten: die Farben, das Licht, die Pflanzenvielfalt und auch noch Vogelsträuße – einfach mega, genau so ist Südafrika. Wir sind bei Wind auf die Anhöhe gewandert und später auch zum Leuchtturm, beides lohnt sich und wir hätten noch viel mehr machen können, aber die Zeit wurde irgendwann knapp.
Auf dem Rückweg sind wir kurz in Simons Town angehalten – ein bekannter Ort für Walbeobachtungen und scheinbar Tauchen mit Haien, wenn man die Käfige am Hafen betrachtet. Schöne Gebäude im Kolonialstil zieren die Hauptstraße, aber für uns ging es weiter nach St. James zu bunten Strandhäusern und Pizza und im Anschluss zurück nach Kapstadt.

Kapstadt – Tafelberg, Kirstenbosch, Seapoint
Neuer Tag, neues Glück – auf geht’s zum Tafelberg! Wir waren bereits 08:15 Uhr vor Ort und nach 25 Minuten bereits mit der Seilbahn oben auf dem Berg. Welch grandiose Aussicht auf die Stadt, auch Robben Island war deutlich erkennbar und die Stadtviertel machten auf einmal viel mehr Sinn! Auf dem Berg gibt es verschiedene Wanderstrecken von 15-45 Minuten, wir waren knapp zwei Stunden oben, es gibt ja so viel zu gucken! Übrigens kann man auch Zeitslots für den Besuch buchen, diese kosten natürlich deutlich mehr, aber zu späterer Stunde kann man auch locker 2-3 Stunden an der Seilbahn anstehen.
In der Nähe befindet sich der Kirstenbosch Nationalpark mit einer unglaublichen Pflanzenvielfalt, einer Hängebrücke (Boomslang) und wirklich tollen Wegen.
Es war ein wirklich heißer Tag und die Kinder sind viel gelaufen, da musste jetzt mal was anderes her… die Wahl fiel auf den „Sea Point Pool“ – ein Freibad direkt am Meer, hohe Wellen und Surfer im Hintergrund. Auf dem Weg in Richtung Waterfront passiert man Greenpoint mit dem bekannten Leuchtturm und zahlreichen Spielplätzen, mehr Zeit wäre auch hier teilweise schön gewesen.
Zum Abendessen waren wir in der Waterfront „Cape Town Fish Market“, mein Tipp für Sushi und Burger! Und wer Souvenirs etwas günstiger erstehen möchte, sollte zum „African Trading Port“.

Kapstadt & Weinregion
Bald verlassen wir Kapstadt, aber natürlich nicht ohne einen kleinen Stadtbummel zu Fuß in Richtung Bookap (bunte Häuser), zur Longstreet, durch Company‘s Garden und den afrikanischen Markt auf dem Green Market Square – hier fand dann auch ein Fußballtrikot einen neuen Besitzer.
Mit dem vollgepackten Mietwagen fuhren wir in die Weinregion, vorbei an Stellenbosch mit wunderschönen weißen Häusern, zum Weingut Tokara. Ein kleiner Spaziergang durch die Wein- und Olivenfelder fand seinen Abschluss im Familienbereich „Delikatessen“, wo natürlich der Wein probiert wurde.

Hermanus
Am Abend erreichten wir Hermanus (2 Nächte vor Ort), was wirklich eines der Highlights ist. Wilde Küste mit Wanderwegen und begleitet von den „Klippschliefern“ kann man unendlich weit laufen. Wir haben eine Whalewatching Tour gemacht und durften die majestätischen Tiere bewundern und bestaunen – das bleibt in Erinnerung.

Safari: Hartenbos Game Reserve
Nach dem entspannten Aufenthalt stand unsere erste Safari an. Wir hatten uns für das „Hartenbos Game Reserve“ entschieden – hier gibt es keine Elefanten, aber gefühlt alle anderen bewundernswerten Tiere. Die Anlage ist sehr klein, aber familiär und liebevoll geführt. Bei den beiden Safaris haben wir viel gelernt und gesehen, u.a. Giraffen, Springböcke, Zebras, Nashörner, Flusspferde, Nyalas und Gnus – das kann sich doch schon sehen lassen. Die Verpflegung war super und so sind wir nach einer Nacht traurig, aber erwartungsvoll weitergereist.

Outshoorn
Es ging ins Landesinnere: nach Outshoorn. Das Wetter schlug an der Küste auch um, aber die Wolken blieben an den Swartbergen hängen, so dass uns strahlender Sonnenschein empfing. Für die Cango Caves haben wir vorab Tickets reserviert und die Tropfsteinhöhlen waren äußerst sehenswert. Auch hier wieder ein Restauranttipp: „Nostalgie“ – unbedingt besuchen.

Plettenberg Bay
Am Folgetag setzten wir unsere Reise fort und mussten doch zur verregneten Küste, obwohl wir doch Strandtage eingeplant hatten. Unterwegs hielten wir an der Timberlake Farm und sind hoch hinaus in den Hochseilgarten mit Ziplining, denn die kurze Regenpause musste genutzt werden. Hier gibt es Handwerkerläden, Kaffee und Kuchen – ein Stopp lohnt sich allemal.
Unser Ziel war Plettenberg Bay – ein Ort an dem man sich auch locker eine Woche aufhalten könnte! Da das Wetter uns nicht an den Strand zog sind wir zum „Market of Main“ (Handwerkermarkt und Foodtrucks) und nach Knysna gefahren. Am Nachmittag hörte der Regen auf und wir sind ins „Robberg Nature Reserve“ gefahren. Drei Rundgänge stehen zur Auswahl: 2,5 km, 5 km oder 9,2 km - wir haben uns für die mittlere Tour entschieden. Teilweise recht anspruchsvoll, aber die Strecke belohnt mit einer super Aussicht, wir konnten Robben beobachten und sogar bei der Mitte in die Wellen des Indischen Ozeans springen – das hatten wir so nicht erwartet und waren umso glücklicher.
Wandern scheint uns zu gefallen und wir hatten viel vom Tsitsikamma Nationalpark gehört, also ging es in aller Früh auch dorthin. Morgens war es unwahrscheinlich still und wir waren allein auf den Hängebrücken unterwegs. Die Kinder waren sehr motiviert und wollten noch auf eine Anhöhe, auch das lohnt sich. Kayaktouren werden vor Ort angeboten und das würde ich vielleicht beim nächsten Mal machen wollen. Für uns ging es aber noch in Plettenberg Bay an den Strand und ins Wasser. Vorbei am Schild mit Haiwarnung, aber laut der Strandwache kommt auch nur ein Hai pro Tag vorbei… der war sicherlich am Vormittag da!

Safari: Amakhala Game Reserve
Unser Urlaub nähert sich leider dem Ende, aber ein großes Abenteuer wartet noch: Safari im Amakhala Game Reserve. Wir waren mutig und haben uns für Zelte als Unterkunft entschieden, das erhöhte sicherlich die Spannung, aber es war wirklich alles bestens und komfortabel. Zwei Nächte blieben wir vor Ort und hatten insgesamt vier Safaris von jeweils 2-3 Stunden. Für die Kinder sicherlich eine Herausforderung, aber auch sie waren begeistert. Wir wurden gleich auf der ersten Safari von einer riesigen Elefantenherde und unheimlich vielen Büffels überrascht, ein Löwe spazierte vorbei und Giraffen verweilten mit uns bei einer kleinen Pause und dem Sonnenuntergang – mehr geht eigentlich nicht! Zurück in der Anlage wurden wir mit einem Lagerfeuer und heißer Schokolade empfangen, bevor es zum inkludierten Abendessen ging. Die nächsten Safaris standen der ersten in nichts nach und so konnten wir Löwinnen bei der Jagd beobachten, zahlreiche Zebras vergeblich zählen, neue Tiere beobachten und in unserer „Freizeit“ in den Pool springen. Diese Erlebnisse bleiben uns für immer im Gedächtnis!

Abreise und Tipps
Jetzt hieß es aber wirklich Abschied nehmen… Eine Nacht verbrachten wir noch in Port Elizabeth, das Gepäck musste nochmal sortiert werden und dann ging es über Johannisburg zurück nach Hamburg.

Wir hatten eine wirklich unglaublich tolle Reise, aber wie immer macht man sich Gedanken, was man vielleicht „verpasst“ hat, denn natürlich reichen 14 Tage nicht aus, auch nicht für unsere Strecke. Daher ein paar Tipps, wenn man für die gleiche Strecke ein bisschen mehr Zeit hat:

  • Weingut mit Übernachtung (Spier oder Jordan)
  • Bungeejumping in der Nähe des Tsitsikamma Nationalpark und im Park selbst eine Übernachtung einplanen
  • Kapstadt, Hermanus und Plettenberg Bay jeweils eine Nacht länger

Abschließend noch ein paar Worte zur Kriminalität: Wir fühlten uns nie unsicher, waren aber mit den Kindern meist 20/21 Uhr in unserer Unterkunft zurück. In Kapstadt gibt es Ecken, die man meiden sollte, aber in den touristischen Gebieten wie der Waterfront muss man sich meiner Meinung nach keine Sorgen machen.
Als Mutter achte ich gerne auch auf die Ernährung der Kinder und möchte ein Lob für die Küche des Landes aussprechen! Süß gab es immer und war auch köstlich, aber es gab zahlreiche gesunde Angebote, die auch die Kinder gegessen haben – das haben wir häufig schon anders erlebt und die Preise liegen deutlich unter unserem Preisniveau (Bsp: Abendessen inkl. Getränke: 30-35 € für 4 Personen).
Die Freundlichkeit des Landes ist ebenfalls einzigartig, aber man muss schon sagen, dass das Ungleichgewicht ob der Hautfarbe und auch der finanziellen Lage sehr hoch ist. Das sind die Schattenseiten des Landes, die man als Tourist auf der „Einsteigerroute“, der Gartenroute, nicht auffällig mitbekommt, aber bei einem Blick hinter die Kulissen deutlich sieht.

Aber auch nach den kritischen Worten am Schluss steht der Beschluss: Wir kommen wieder und ich freue mich schon jetzt darauf!
Ihre und Eure Lydia Brachmann

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